Was ist Adipositas?

Adipositas ist eine Krankheit. Dabei handelt es sich um einen zu hohen Anteil an Körperfett in verschiedenen Regionen des Körpers, wie z.B. im Bereich der inneren Organe oder unterhalb der Haut. Diese erhöhte Fettansammlung kann dem menschlichen Organismus Schaden zufügen und z. B. zur Zuckerkrankheit (Diabetes) führen. Frühzeichen dieser Folgeprobleme wie z. B. eine beginnende Verkalkung von Blutgefäßen (Arteriosklerose) können bereits im Kindesalter festgestellt werden. Allgemein spricht man auch von „krankhaftem Übergewicht“.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich und mein Kind aufgrund von starkem Übergewicht professionelle Unterstützung suchen?

Dafür gibt es in Salzburg ein interdisziplinäres Team, das auf bis zu 25 Jahre Erfahrung baut. Das Angebot richtet sich an Familien mit übergewichtigen (Klein)kindern bis hin zu extrem übergewichtigen Jugendlichen bis 18 Jahre. Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.gewichtig.at.

Gibt es Empfehlungen für gesunde Bewegung?

Die Österreichischen Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung (Titze et al., 2012; Wissen, Bd. 8, Fonds Gesundes Österreich, Wien) in Übereinkunft mit internationalen Richtlinien besagen: Um physischen und psychischen Erkrankungenen vorzubeugen, sollen Kinder sich täglich mindestens 1 Stunde so bewegen, dass sie dabei etwas außer Atem kommen, ein Wortwechsel jedoch noch möglich ist. Dabei sollten große Muskelgruppen (Beine, Rumpf) eingesetzt werden. Ergänzend sind an mindestens 3 Tagen in der Woche Spiel- und Bewegungsformen zu empfehlen, die Skelettmuskeln kräftigen und Knochen stärken. Eine durchgehende Sitzzeit von mehr als 20 min ist unbedingt zu vermeiden.

Gibt es Sportarten die ein Kind nicht machen darf?

Wenn das Kind keine krankhaften Veränderungen am Bewegungsapparat aufweist und organisch gesund ist, dies trifft auch auf Kinder mit Übergwicht zu, gibt es keine Sportart, die nicht empfohlen werden könnte.

Wichtigstes Prinzip bei der Auswahl von Sportarten: kindgerecht = dem motorischen Entwicklungsstand angepasst und die Neugierde (Ausprobieren wollen) weckend.

Gibt es Empfehlungen für gesunde Ernährung?

Die Arbeitsgruppe für Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA, 2012) empfiehlt für Kindergartenkinder eine saisonale und regionale Mischkost, die in der Menge dem Entwicklungsstand des Kindes angepasst ist (Auskunft kann hier die Kinderärztin/der Kinderarzt geben).

Die Mahlzeiten sollen hauptsächlich Kohlenhydrate (55 % der Energiezufuhr, in Form von komplexen Kohlenhydraten wie z. B. Getreideprodukten aus fein vermahlenem Vollkorn sowie Kartoffeln etc.) liefern, unbedingt aber auch Eiweiß (10 – 15 % der Energiezufuhr, in Form eines kinderhandtellergroßen Stückes Fisch/Fleisch oder auch Hülsenfrüchten etc.) und Fett (30 %, qualitativ hochwertig ausgewählt in Form von pflanzlichen Ölen, Nüssen und Samen sowie Fisch um den Bedarf an einfach/mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu decken). Fett- und zuckerreiche Lebensmittel (Süßigkeiten, Mehlspeisen, Knabbereien etc.) sollten nur in kleinen Mengen einmal täglich verfügbar sein (sofern vom Kind verlangt). Flüssigkeit hingegen soll ständig in Griffnähe sein, vor allem sollten Wasser und evtl. ungesüßte Kräuter- und Früchtetees angeboten werden.

Die Energiezufuhr sollte auf 5 Mahlzeiten (3 Hauptmahlzeiten, 2 Zwischenmahlzeiten) verteilt werden, der Mahlzeitenrhythmus variiert kulturell. Täglich wird aber mindestens eine gemeinsame Familienmahlzeit empfohlen.

Wie kann Obst und Gemüse schmackhaft gemacht werden?

Die Argumentation „gesund“ ist für Kinder noch nicht gut begreifbar und meist schon zu früh negativ belegt, daher ist es vorteilhaft mit dem Geschmack zu argumentieren. Weiters haben experimentelle Studien gezeigt, dass Lebensmittel wiederholt (8-13 x) angeboten werden müssen, um von Kindern gemocht zu werden. Obst und Gemüse sollen dazu stückig geschnitten angeboten werden (Kinder soweit möglich mithelfen lassen beim Zerkleinern und Anrichten), hilfreich kann sein, mit Keksausstechern lustige Formen auszustechen oder aus Obst und Gemüsestücken Formen oder Gesichter am Teller aufzulegen. Süßliche Gemüsesorten (Mais, Erbsen, Kürbis etc.) können früher zum Erfolg führen, genauso wie das Meiden besonders saurer Obstsorten (z. B. besser Erdbeeren als Ribiseln etc.).

Wie kann man die Trinkmenge des Kindes positiv beeinflussen?

„Trinkfaule“ Kinder können mit bunten Bechern, Strohhalmen etc. spielerisch zum Trinken angeregt werden. Auch eine coole Trinkflasche mit kindgerechtem Motivaufdruck, die immer mit dabei ist, erhöht den Trinkanreiz. "Zaubersteine" im Wasserkrug oder in Eiswürfel eingefrorene Beeren oder essbare Blüten im Wasserglas können zum Trinken animieren. Wenn nur Saft getrunken wird, soll versucht werden, die Saftmenge langsam schrittweise gegen Wasser "auszuschleichen".

Wussten Sie, dass ...

...sich Babyspeck selten auswächst? Meistens werden aus übergewichtigen Kindern auch übergewichtige Jugendliche bzw. Erwachsene.

...sich viele Kinderbetreuungseinrichtungen bereits stark in der Umsetzung von gesunder Ernährung und mehr Bewegung engagieren? Deshalb sind sie unter anderem die idealen Partner für SALTO.

...sich die Kinder oft die Eltern zum Vorbild nehmen, wenn es um Ernährung und Bewegung geht? Deshalb wollen wir mit SALTO vor allem auch die Eltern ansprechen.

… bereits jedes zweite bis dritte Kind übergewichtig ist? Deshalb ist es dringend Zeit diesem Trend mit SALTO entgegenzuwirken.

...Adipöse nicht einfach "willensschwach und faul" sind? Physiologische Vorgänge verhindern eine Gewichtsreduktion geradezu und machen Adipositas zu einer chonischen Erkrankung.